Bi-/Pan-Gruppe

Wir lieben den Menschen und nicht das Geschlecht!

Bis Ende 2016 hat sich regelmässig eine Bi‐/Pan‐Gesprächsgruppe zum Austausch getroffen. Zurzeit trifft sich die Gruppe in unregelmässigen Abständen in einem Restaurant in geselliger Atmosphäre.

Für weitere Informationen melden sich Interessierte per Mail bei Anne.


Dabei geht es doch immer um Liebe

Diskussionen rund um Bisexualität drehen sich meist um Beziehungen, um sexuelle Wünsche, Bedürfnisse und Erfahrungen. Anne konkretisiert: «Und es geht manchmal auch um Dreiecksbeziehungen oder Familien, die auseinanderbrechen, weil sich der eine Partner plötzlich bi- oder homosexuell outet». Dabei gehe es aber immer um Liebe, um Sehnsüchte und Hoffnungen, um gebrochene Herzen und erste Erfahrungen. In der Gruppe würden viele persönliche Geschichten erzählt – jede dabei sei anders und irgendwie doch gleich oder ähnlich.

Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Bi und Pan? Anne: «Pan ist eine griechische Vorsilbe und meint alles, einheitlich, umfassend. Damit werden bei der sexuellen Ausrichtung auch Menschen mit eingeschlossen, die eben nicht einheitlich einem Geschlecht zugeordnet werden können oder zugeordnet werden wollen»». Bisexualität dagegen impliziert, dass es nur zwei Geschlechter gibt und die erotische Anziehung auf diese beiden Geschlechter gerichtet ist.

Die Statistik geht davon aus, dass rund zwei Prozent der Frauen sich als «lesbisch» und rund fünf Prozent der Männer als «schwul» bezeichnen. Aber bis zu 50 Prozent der Menschen können sich vorstellen, mit dem gleichen Geschlecht sexuelle Erfahrungen zu machen.

Anne sagt, dass es schwierig sei als bi oder pan wahrgenommen zu werden und erklärt: «Werden zwei Männer als Paar gesehen, geht man automatisch davon aus, sie seien schwul, obschon man ja nicht weiss, ob irgendwo noch eine Frau zur Beziehung gehört, die vielleicht in dem Moment gerade nicht da ist». Ausserdem akzeptiere die Gesellschaft nur schwer, wenn jemand mehrere Beziehungen gleichzeitig lebe. Viele Bi-/Pansexuelle wählten daher den Weg des geringsten Widerstands.

Polyamorie – also mehrere Beziehungen gleichzeitig – sei ein grosses Thema unter bi-/pansexuellen Menschen. Es gebe viel Bi-Menschen, die sich gleichzeitig eine Beziehung mit einem Mann und einer Frau wünschten. Und Anne ist sich sicher, dass Bisexuelle im Gestalten ihrer Beziehungen experimentierfreudiger seien als hetero- und homosexuelle Menschen. Dabei wünscht sich Anne Knobel, dass alle Menschen zu ihren unterschiedlichen sexuellen Orientierungen und damit zu sich selbst stehen könnten.

Daniel Frey
aus der HABinfo vom September 2016