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Der Diskriminierungsskandal von 1994 als Steilvorlage für die Lesbenbewegung

Es war im April 1994: Der FC Wettstein-Bonstetten löste damals sein Frauen-Fussballteam auf, weil angeblich zu viele Lesben mitspielten. «Der Verein wurde ausgenützt für das Ausleben von abnormalen Veranlagungen», begründete der Fussballclub in einem Communiqué sein Vorgehen.

Das ganze Team wehrte sich zusammen mit der Lesbenorganisation Schweiz LOS. Die Medien diskutierten den Skandal heiss: Nach dem «Zischtigsclub» des Schweizer Fernsehens ist Barbara Brosi plötzlich die schweizweit bekannteste Lesbe. Mit ihr sind Lesben so sichtbar wie noch nie – und die LOS wird bekannt.

Im Rahmen des 30 Jahre-Jubiläum lädt die LOS am Freitag, 29. November in der Frauenraum zur Diskussion «Lesben Fussball Öffentlichkeit» ein.

Welche Auswirkungen hatten die Medienberichte für die beteiligten Frauen? Was geschah nach dem Diskriminierungsskandal mit der Lesbenbewegung? Wo liegt der Zusammenhang zwischen diesem Vorfall und der «Ehe für alle»? Und wie selbstverständlich sind lesbische Fussballerinnen heute wirklich?

Es diskutieren unter der Leitung der Lesbenforscherin Madeleine Marti und der Autorin und Fussballerin Corinne Rufli:

  • Barbara Brosi, damals Pressesprecherin der LOS
  • Franziska Steinemann und Claudia Hirt, damals Fussballerinnen des FC Wettswil-Bonstetten
  • Nadja Herz, Co-Präsidentin der LOS, Expertin Partnerschaftsgesetz

Zudem werden an dem Abend Höhepunkte des «Ziischtigsclub» von 1994 gezeigt. Diese Sendung unter dem Titel «Angst vor homosexueller Ansteckung?» ist, da ist sich Barbara Brosi sicher, ein Meilenstein für die Lesbenbewegung – wie etwa für die Schwulen die «Telearena» aus dem Jahr 1978, die notabene für Lesben eine Katastrophe war. Spannend: Der «Ziischtigsclub» von damals ist erst auf Drängen vom Schweizer Fernsehen «ausgegraben» und als «Archivperle» in der Mediathek veröffentlicht worden.

Input und Gespräche: «Lesben Fussball Öffentlichkeit»
Freitag, 29. November 2019, ab 19 Uhr
Frauenraum, Schützenmattstrasse 11, Bern

Freier Eintritt (Kollekte).
Anschliessend ab 22 Uhr Disko mit DJ Anouk Amok.

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