Handlungsbedarf in Pflegeheimen und Spitex

Eine soeben veröf­fentlichte Umfrage der LGB­TIQ-Organ­i­sa­tio­nen zeigt auf, dass LGB­TIQ-Men­schen entsprechend ihrer Lebens­form und Biografie akzep­tiert, betreut und gepflegt wer­den wollen.

Eine soeben veröf­fentlichte Umfrage der LGB­TIQ-Organ­i­sa­tio­nen zeigt auf, dass in den Insti­tu­tio­nen der Langzeitpflege für ältere Per­so­n­en eine geringe Sen­si­bil­isierung für LGB­TIQ-Men­schen und Men­schen mit HIV beste­ht. Dies deckt sich mit den Ergeb­nis­sen von Stu­di­en der Fach­hochschulen im Jahr 2016. Die Umfra­gen zeigen auch, dass LGB­TIQ-Men­schen entsprechend ihrer Lebens­form und Biografie akzep­tiert, betreut und gepflegt wer­den wollen. Nun wer­den ver­schiedene Mass­nah­men gefordert.

Bere­its 2016 zeigten die drei par­al­le­len Stu­di­en der Fach­hochschulen St. Gallen, Luzern und Bern, dass die drei Bere­iche Pflege­heime, Spi­tex und Pflege­fach­schulen nur sehr bed­ingt auf die Auf­nahme, Betreu­ung und Pflege von LGB­TIQ-Men­schen und solchen mit HIV vor­bere­it­et sind. Für die Langzeitpflege-Insti­tu­tio­nen wer­den daher Mass­nah­men wie LGB­TIQ-fre­undliche Leit­bilder und entsprechende Ver­hal­tenskodizes vorgeschla­gen. Ausser­dem sollen Öffentlichkeit­sar­beit geleis­tet und spez­i­fis­ches Wis­sen ver­mit­telt werden.

2019 führte die Fach­gruppe Alter der LGB­TIQ-Organ­i­sa­tio­nen eine Umfrage durch, in der sich LGB­TIQ-Men­schen zu ihren Erwartun­gen an die Alters- und Pflegeein­rich­tun­gen, Spi­tex und Pflege­fach­schulen äussern kon­nten. Die Ergeb­nisse bestäti­gen, dass sie aus per­sön­lichen Erfahrun­gen die Sen­si­bil­isierung dieser Insti­tu­tio­nen für LGB­TIQ-Men­schen und Men­schen mit HIV als ger­ing beurteilen. Sie erwarten mehr Aufgek­lärtheit, Akzep­tanz und Selb­stver­ständlichkeit. Wie bere­its aus den Stu­di­en der Fach­hochschulen her­vorg­ing, ste­hen die biographis­chen Beson­der­heit­en, Stig­ma­tisierungser­fahrun­gen und die Selb­st­wahrnehmung im Leben­sall­t­ag im Vordergrund.

Faz­it: Die LGB­TIQ-Men­schen wollen mit ihren spez­i­fis­chen Bedürfnis­sen, in ihrer Men­schen­würde, ihrer gesamten Lebens­geschichte und ihrem Wesen respek­tiert, aufgenom­men und entsprechend behan­delt, betreut und gepflegt wer­den. Auch im Alter wollen sich zu sich ste­hen kön­nen und so akzep­tiert werden.

Die Fach­gruppe set­zt sich aus Vertreter*innen von Pink Cross, LOS, TGNS, Inter­Ac­tion und Queer­Al­tern zusam­men. Pink Cross ist der Dachver­band der schwulen und bi Män­ner, LOS ist die Les­benor­gan­i­sa­tion Schweiz, TNGS ist das Trans­gen­der Net­work Schweiz, Inter­Ac­tion ist der Vere­in der intergeschlechtlichen Men­schen. Bei Queer­Al­tern han­delt es sich um den Zürcher Vere­in für eine queere Alterseinrichtung.

Die Fach­gruppe Alter berück­sichtigt kün­ftig die Ergeb­nisse der Stu­di­en und der Umfrage bei ihrer Tätigkeit. Sie wird ins­beson­dere Unter­la­gen für Infor­ma­tionsver­anstal­tun­gen zu den Bedürfnis­sen von LGB­TIQ-Men­schen für die jew­eili­gen Dachver­bände, einzel­nen Ein­rich­tun­gen der Langzeitpflege und Pflege­fach­schulen ausar­beit­en. Weit­er wird sie LGB­TIQ-akzep­tierende Musterk­lauseln für die Leit­bilder und Ver­hal­tenskodizes der Pflege­heime und Spi­tex empfehlen. Neu soll zur Sen­si­bil­isierung und Infor­ma­tion der Betrof­fe­nen ein Label für die Anerken­nung als LGB­TIQ-fre­undliche Insti­tu­tion der Langzeitpflege (Pflege­heim oder Spi­tex) aus­gear­beit­et und im Ver­lauf von 2021 erprobt und einge­führt werden.

Gemäss ein­er Medienmitteilung