«Homo‐Heilung» endlich verbieten

Colorful Umbrella Among Others Different From The Crowd Concept

Wir wis­sen alle: Homo­sex­u­al­ität ist keine Krankheit. Die lässt sich nicht ein­fach wegther­a­pieren. Trotz­dem hören wir immer wieder von Per­so­n­en, die soge­nan­nte «Kon­ver­sion­s­ther­a­pi­en» über sich erge­hen lassen müssen.

Auch in der Schweiz sind solche «Heilungs­ther­a­pi­en» lei­der noch immer trau­rige Real­ität. Und das darf nicht sein. Deshalb reicht­en heute Ros­marie Quad­ran­ti (BDP) und Ange­lo Bar­rile (SP) in Zusam­me­nar­beit mit Pink Cross einen Vorstoss im Nation­al­rat ein. Dieser beauf­tragt den Bun­desrat, «Ther­a­pi­en» zu ver­bi­eten, welche das Ziel haben, die sex­uelle Ori­en­tierung bei Kindern und Jugendlichen zu verändern.

Homosexualität ist keine Krankheit

Seit langem sind Kon­ver­sion­s­ther­a­pi­en in Ver­ruf, trotz­dem wer­den sie weit­er­hin durchge­führt. Da Homo­sex­u­al­ität erwiesen­er­massen keine Krankheit ist, kann sie auch nicht «ther­a­piert» wer­den. Im Gegen­teil: Solche «Ther­a­pi­en» richt­en bei den Betrof­fe­nen meist langfristige psy­chis­che Schä­den an.

Während in vie­len Län­dern weltweit solche Kon­ver­sion­s­ther­a­pi­en bere­its ver­boten sind (beispiel­sweise in Kana­da), zieht nun auch Europa nach. Vor ein­er Woche hat das öster­re­ichis­che Par­la­ment einem Antrag zum Ver­bot von soge­nan­nten Kon­ver­sion­s­ther­a­pi­en zuges­timmt, welche zum Ziel haben, die sex­uelle Ori­en­tierung bei Min­der­jähri­gen zu verän­dern. Auch in Deutsch­land wird momen­tan über ein Ver­bot disku­tiert und wis­senschaftliche Gutacht­en zeigen klar, dass ein solch­es Ver­bot rechtlich möglich ist.

Solche «Ther­a­pi­en», die von Gesprächen bis zu Elek­troschock und Hor­monein­nahme gehen kön­nen, sind aber lei­der auch in der Schweiz noch Real­ität, wie diverse Berichte von Betrof­fe­nen zeigen. Während die umliegen­den Län­der das Prob­lem längst erkan­nt haben, stellte sich der Bun­desrat in der Antwort auf eine Inter­pel­la­tion von Ros­marie Quad­ran­ti 2016 auf den Stand­punkt, dass ihm keine Organ­i­sa­tio­nen bekan­nt wären, welche solche schädlichen «Ther­a­pi­en» durch­führen würden.

In let­zter Zeit wer­den entsprechende Organ­i­sa­tio­nen auch wieder aktiv­er und sicht­bar. Erst im ver­gan­genen Mai hielt Rolf Riet­mann vom Vere­in «Wüsten­strom» in ein­er Chrischona-Kirche in Affoltern am Albis einen Vor­trag darüber. «Wüsten­strom» bietet «Ther­a­pi­en» an für Men­schen, die «ihre sex­uelle Ori­en­tierung als kon­flik­thaft erleben».

Die angewen­de­ten «Ther­a­pi­en» wider­sprechen sämtlichen wis­senschaftlichen Erken­nt­nis­sen und sind von den psy­chother­a­peutis­chen Fachge­sellschaften nicht erlaubt. «Betrof­fene Per­so­n­en lei­den meist jahre­lang an den so verur­sacht­en psy­chis­chen Schä­den – dass dür­fen wir nicht weit­er­hin zulassen!», sagt Ange­lo Bar­rile, Nation­al­rat SP und Hausarzt.

Die heute von Nation­al­rätin Ros­marie Quad­ran­ti gemein­sam mit Ange­lo Bar­rile und in Zusam­me­nar­beit mit Pink Cross ein­gere­ichte Motion ver­langt, dass der Bun­desrat solche unmen­schliche «Ther­a­pi­en» ver­bi­etet, welche das Ziel haben, die sex­uelle Ori­en­tierung bei Kindern und Jugendlichen zu verän­dern, ver­bi­etet. So soll der drin­gend notwendi­ge Schutz vor den willkür­lichen und schädlichen «Therapie-Massnahmen» garantiert wer­den. Ausser­dem soll die Möglichkeit­en eines Berufsver­botes für Psycholog*innen, Therapeut*innen, Seelsorger*innen, etc. geprüft wer­den, die solche «Ther­a­pi­en» anwenden.