Queersicht – Ausgabe Nummer 24: Abgesagt!

Queersicht bringt vom 5. bis 11. November 2020 queeres Filmschaffen in die Berner Kinos. Corona-bedingt fällt das diesjährige Programm mit 17 Lang- und 23 Kurzfilmen zwar bescheidener, aber deshalb nicht weniger spannend aus.

Queersicht ist abgesagt – aber nicht ganz …

Nein, so haben wir uns das wirklich nicht vorgestellt – weder das zahlreiche Publikum, noch die Organisierenden. Aber das Risiko war klar, und nun ist es eingetreten. Wegen der Verschärfung der COVID-Massnahmen im Kanton Bern muss die 24. Ausgabe von Queersicht in seiner gewohnten Form abgesagt werden. Bereits gekaufte Tickets werden in den nächsten Tagen zurückerstatten, es sei denn ihr wollt das Geld spenden. Wer bereits Tickets gekauft hat, wird in den nächsten Tagen per Mail kontaktiert. 

Die Queersicht-Crew versucht nun die Kurzfilme online anzubieten und suchen Möglichkeiten, euch Langfilme zu zeigen. Die Abklärungen werden aber noch einen Moment dauern. Infos folgen über die sozialen Medien und auf der Queersicht-Webseite.


Queersicht bringt vom 5. bis 11. November 2020 queeres Filmschaffen in die Berner Kinos. Corona-bedingt fällt das diesjährige Programm mit 17 Lang- und 23 Kurzfilmen zwar bescheidener, aber deshalb nicht weniger spannend aus.

Queersicht ermöglicht den Zuschauer*innen, vielfältige ferne und nahe Gefilde zu besuchen. Sei es mit einer Reise ans Meer mit dem Eröffnungsfilm «Lola vers la mer» oder nach Berlin mit dem Coming-of-Age-Film «Kokon», nach Indonesien («Memories of my Body») oder nach Sibirien, wo mit «Siberia and him» die Erinnerungen an Brokeback Mountain wiederaufkommen.

Der Dokumentarfilm «Welcome to Chechnya» zeigt eindrücklich, wie menschenrechtsverletzend die Diskriminierung gegen LGBTI-Menschenim Nordkaukasus heute noch ist und welche Risiken die Protagonist*innen auf sich nehmen, um dagegen anzukämpfen.

Eine ganz andere Facette aus dem LGBTI-Universum beleuchtet der dänische Film «A Perfectly Normal Family», in welchem der Vater der elfjährigen Emma plötzlich verkündet, er werde ab sofort als Frau leben, die er innerlich schon immer war.

Unverändert bleibt die Verleihung der Rosa Brille. Das Publikum vergibt diesen mit 2000 Franken dotierten Preis an den besten Kurzfilm. Auch dieses Jahr hat es eine Schweizer Produktion («Coeur-Tendre» von Anne-Camille Vaucher) in die Auswahl geschafft.

Das Rahmenprogramm wurde Corona-tauglich umgebaut. Statt des eigenen Festivalzentrums bietet Queersicht in verschiedenen Berner Lokalen Treffpunkte für die cinephilen Festivalbesucher*innen. Nicht verzichtet wird auf die Party am Freitagabend, welche dieses Jahr mit maximal 300 tanzfreudigen Menschen und DJ* aus Lausanne und Bern im Dachstock stattfindet.

Alle Infos zum Programm und zu den Rahmenveranstaltungen sowie die aktuellsten Infos zu den Corona-bedingten Änderungen finden sich ab Mitte Oktober auf queersicht.ch. Der Vorverkauf startet am 21. Oktober auf eventfrog.ch.

Queersicht ist das älteste LGBTI-Filmfestival der Schweiz und findet jährlich in Bern statt. Das Festival existiert seit 1996, wird von einem 17-köpfigen Organisationsteam ehrenamtlich organisiert und vom Verein Queersicht getragen.

Ziel von Queersicht ist es, in Bern ein Event mit cineastischen Höhepunkten des Queer Cinema zu organisieren, die nicht alle den Weg ins Kino finden. Das Programm umfasst Kurz‑, Spiel- und Dokumentarfilme.