Rechtlicher Schutz vor Diskriminierung jetzt!

Noch bis zum 9. Okto­ber läuft die Frist für die Vernehm­las­sung zur par­la­men­tarischen Ini­tia­tive 13.407 «Kampf gegen die Diskri­m­inierung auf­grund der sex­uellen Orientierung».

Die aktuelle Recht­slage bietet keine Möglichkeit, gegen pauschal­isierte, all­ge­meine her­ab­würdi­gende Äusserun­gen vorzuge­hen. Wenn keine indi­vid­u­al­isier­baren Per­so­n­en genan­nt wer­den, welche eine Ehrver­let­zung gemäss gel­tend machen kön­nen, bleiben entsprechende Aus­sagen ohne rechtliche Kon­se­quen­zen. Die Ini­tia­tive von Math­ias Rey­nard ver­langt deshalb die Ergänzung des Artikels 261 des Strafge­set­zbuch­es mit der sex­uellen Ori­en­tierung und Geschlechtsidentität.

Die AG Poli­tik der HAB beteili­gen sich an der Vernehm­las­sung. Wie wichtig eine Beteili­gung ger­ade von LGBTI-Grup­pen ist, zeigt ein von ‹idea Spek­trum› soeben veröf­fentlichter Artikel. Im Kern der Diskus­sion, schreibt das evan­ge­lis­che Wochen­magazin, ste­he die «kon­tro­vers disku­tierte Frage, ob das Merk­mal der sex­uellen Ori­en­tierung ange­boren und unverän­der­lich sei». Dabei müssen doch wir les­bis­chen, schwulen, bi und trans* Men­schen einzig die Entschei­dung tre­f­fen, ob wir dies öffentlich machen oder im Ver­bor­ge­nen ausleben.

Weit­er schreibt ‹idea Spek­trum› , dass die EDU die Ini­ti­ta­tive ablehne, da die Partei es als «abso­lut notwendig erachte, gewisse sex­uelle Prak­tiken und Lebens­for­men kom­men­tieren zu dür­fen» — obschon für die Partei der «Schutz von ver­let­zlichen und schwachen Men­schen» ein Ker­nan­liegen sei.

Dabei belegt eine kür­zlich von der Uni­ver­sität Lau­sanne veröf­fentlichte Studie: Jugendliche, die les­bisch, schwul, bi oder trans* sind, lei­den häu­figer an Depres­sio­nen, kämpfen öfter gegen psychosoma­tische Symp­tome und sind all­ge­mein in einem schlechteren gesund­heitlichen Zus­tand als gle­ichal­trige Het­ero­sex­uelle. Sie nehmen häu­figer Dro­gen, erleben öfter Gewalt, haben mehr Prob­leme im schulis­chen Umfeld — die Unter­schiede zu het­ero­sex­uellen Jugendlichen sind frap­pant, meist beträgt die Dif­ferenz rund 20 Prozent.