Stiefkindadoption wird mit Referendum bekämpft

Eigentlich hat das Par­la­ment vor rund zwei Wochen nichts spek­takuläres beschlossen: Sowohl für ver­heiratete und für einge­tra­gene Paare soll es möglich sein, die Kinder des Partners/der Part­ner­in adop­tieren zu dür­fen. Diese rechtliche Gle­ich­stel­lung soll nun mit einem Ref­er­en­dum bekämpft werden.

Das recht­skon­ser­v­a­tive Komi­tee aus den Rei­hen der SVP, CVP und EDU fürchtet sich um das Kindswohl, das auf “dem Altar von nim­m­er­sat­ten Ide­olo­gien geopfert” werde. Dass es hier allerd­ings nicht um Ide­olo­gien, son­dern um Gle­ich­stel­lung und Liebe geht, haben die bibel­treuen Ewiggestri­gen wohl noch nicht bemerkt.

Maria von Känel, Geschäft­slei­t­erin des Dachver­ban­des Regen­bo­gen­fam­i­lien nimmt das Ref­er­en­dum mit Bedauern zur Kenntnis:

Regen­bo­gen­fam­i­lien sind Teil der Schweiz­er Gesellschaft, leben gut inte­gri­ert und bedür­fen der­sel­ben Anerken­nung und Absicherung wie andere Fam­i­lien auch. Sollte das Ref­er­en­dum gegen die rechtliche Absicherung von Kindern in Regen­bo­gen­fam­i­lien zus­tande kom­men, würde das für tausende Kinder eine unnötige Ver­längerung ihrer prekären rechtlichen Sit­u­a­tion und weit­ere Diskri­m­inierung bedeuten. In diesem Fall zählen wir darauf, dass sich eine Mehrheit der Schweiz­er Stimm­bürg­erin­nen und Stimm­bürg­er für die Rechts­gle­ich­heit und zum Wohl aller Kinder in der Schweiz entschei­den wird.

In ein­er Medi­en­mit­teilung warnt der Dachver­band Regen­bo­gen­fam­i­lien davor, sich von den Argu­menten des Ref­er­en­dums-Komi­tees blenden zu lassen und weist darauf hin, dass nicht nur Bun­desrat und Par­la­ment einen drin­gen­den Hand­lungs­be­darf zur Behe­bung des momen­tan beste­hen­den rechtlichen Miss­standes sehen, son­dern auch, und vor allem, die Kinder- und Fam­i­lienor­gan­i­sa­tio­nen sowie die Kindesschutzbehörden.